Geduld üben

Inzwischen sind schon bald 8 Wochen vergangen, seit wir unser gewohntes Leben nicht mehr einfach weiter führen können. Zu Beginn war es nachvollziehbar und verständlich, dass wir uns an all diese Maßnahmen halten. Inzwischen werden die Fälle immer weniger und wir würden gerne wieder zurückkehren in einen „normalen Alltag“. Doch was ist dann der normale Alltag ? Wie wird er aussehen, was wünsche ich mir dafür? Nutzen wir die Zeit, die wir jetzt noch aushalten müssen, um uns auf die Zeit danach gut vorzubereiten. Bleibe in deiner Energie und Kraft und verschleudere sie nicht mit jammern und Schuldzuweisungen an andere. Was kannst du für dich alleine aus dieser Zeit und dieser Situation lernen und mitnehmen?

Ich habe am Wochenende eine Mail bekommen, in der unsere Yogareise nach La Gomera im Herbst abgesagt wurde, da die die Leute dort schon jetzt mit ihrer Pension und Ayurvedapraxis Konkurs anmelden müssen, da es keine Perspektive für den Tourismus in absehbarer Zeit gibt. Das Schicksal dieser Menschen dort hat uns alle sehr betroffen gemacht. Auf der anderen Seite lässt es mich dankbar werden für all das, was ich hier habe und meine Ungeduld, wann es wieder losgeht wird doch weniger, da ich weiß, ich werde wieder arbeiten können.

Für mich war diese Zeit ein ganz besonderes Geschenk. Ich habe noch nie so wenig gearbeitet und soviel Zeit für andere Dinge gehabt:

den Frühling so bewusst mit all seiner Kraft, Energie und Schönheit zu erleben

Spaziergänge zu machen

mit meinem 2jährigen Neffen am Teich sitzen und Fische gucken

jeden Tag Mittagessen kochen

in meinem Garten arbeiten ohne auf die Uhr zu schauen

meinen ganz besonderen spirituellen Platz gefunden zu haben

viele wunderschöne Meditationseinheiten

mir bewusst machen, was ich alles habe und wie wenig mir fehlt, wenn ich nicht einkaufen kann

leer werden im Inneren und immer wieder hören und spüren, was gerade ansteht, was mich aufwühlt oder beschäftigt

und wahrscheinlich noch viele andere Dinge, die sich im Rückblick als wertvoll zeigen.

So wünsche ich euch allen zum einen viel Geduld und zum anderen noch eine gute Auseinandersetzung mit euch selbst.

Bis hoffentlich bald….

Alles Gute

Anke